"Lieber Heiliger Florian: verschon’ mein Haus, zünd das vom Nachbarn an"

An diesen frommen Spruch werde ich immer wieder erinnert, wenn ich Reaktionen zum Thema Kupieren lese und höre. "Meine Rasse wird nicht kupiert, also gehört diese Prozedur verboten." Eine Einstellung, die mich sehr nachdenklich stimmt. Wenn man bedenkt, dass verschiedentlich auch schon das Verbot der Zucht vieler Rassen überlegt wurde, da diese Rassen kleine oder größere gesundheitliche Probleme haben, sollte man überlegen, wie lange es dauern wird, bis diejenigen, die jetzt für das Kupierverbot sind, die Rassehundezucht überhaupt verbieten werden. Wie oft hört man schon jetzt die verschiedensten Argumente bezüglich "Überzüchtung", "Qualzucht", "Kampfhunden", usw.

Viele unserer Rassen werden seit vielen Jahrzehnten, manchmal sogar Jahrhunderten kupiert. Zu dieser Zeit war nicht die Schönheit ausschlaggebend, sondern der Gebrauchswert der Rassen. Das Kupieren der Ruten erfolgt in den ersten Lebenstagen und ist für die Welpen sicherlich weniger schmerzhaft als eine Rauferei untereinander. Wenn meine Welpen kupiert werden, nehme ich sie einzeln von der Mutter weg, nach dem kleinen Eingriff lege ich sie wieder in die Wurfkiste und sie trinken zufrieden und beruhigt weiter.

Unkupierte Hunde können an ihren Ruten schwere Verletzungen davontragen. Dies nicht nur beim Jagdeinsatz, sondern auch im normalen Leben. Viele Besitzer von unkupierten Hunden können davon ein Lied singen. Ich kenne zahlreiche Rassehunde und Mischlinge, die bei jeder Begrüßung ein Blutbad verursachen. Die Ruten heilen kaum, meist müssen sie dann beim erwachsenen Hund kupiert werden. Dies ist eine aufwändige Operation und ein Hund, der jahrelang seine Rute gewohnt war, hat Fantomschmerzen und die Rute fehlt ihm in der Bewegung. Wenn schon jetzt viele Hunde Probleme haben, warum sollen wir diese Schmerzen auch noch anderen Rassen verursachen, wenn doch durch einen kleinen Schnitt am 2. Lebenstag alles vermieden werden kann?

Es wundert mich, dass auch viele Tierärzte gegen das Kupieren auftreten. Gerade sie müssten aufgrund ihrer Erfahrungen einsehen, dass das fachgerecht durchgeführte Entfernen der Ruten den Hunden Schmerzen ersparen kann. Oder spielt hier die finanzielle Seite eine Rolle? Immerhin ist mit dem Kupieren von Welpen kein "Geschäft" zu machen. Die meisten Züchter kupieren selbst und wenn der Tierarzt kupiert, so kann er lediglich wenig dafür verlangen. Wie viel mehr ist doch zu bezahlen, wenn ein erwachsener Hund kupiert werden muss oder seine verletzte Rute langwierige Behandlungen verlangt. Ich hoffe, dass bei der Einstellung jener Tierärzte, die das Kupieren ablehnen, diese Gesichtspunkte keine Rolle spielen. In England wurde vor einigen Jahren auch über ein Kupierverbot diskutiert. Als man im Gesetz festhielt, dass nur mehr Tierärzte kupieren dürfen, war die Öffentlichkeit mit dieser Vorgangsweise einverstanden und das Verbot konnte abgewendet werden. Vielleicht könnte man auch in Österreich über eine solche Lösung nachdenken. Ich bin sicher, dass viele Tierärzte schmerzfrei und gefühlvoll kupieren können und dies im Sinne des Tierschutzes auch weiterhin tun werden.

Wehret den Anfängen: zuerst verbietet man uns das Kupieren, dann das Züchten von Rassehunden, zum Schluss die Haltung von Hunden oder Haustieren überhaupt!

Maria-Luise Doppelreiter, Österreich

Fax: +43/3512/86622

"Don’t shoot me - shoot my neighbour!"

When I hear reactions regarding the docking of various breeds, I am often reminded of this sentence. "My breed isn’t docked, so this procedure should be prohibited!" This is an opinion, which makes me think. When you have in mind, that the prohibition of various breeds has already been considered seriously, as these are said to have smaller or bigger health problems, we should all think, how long it will take, until those, who now are running the anti-docking-campaign now, will try to forbid the breeding of pure breeds altogether. Quite often you hear various arguments regarding "overbreeding", "pains for pure bred dogs", "dangerous dogs", etc.

Many of our breeds have been docked since many years, often since centuries. In those days the main interest in docking was not beauty, but the utility value of the dogs. Docking is carried out in the first few days after birth and the puppies surely feel less pain, than when they are fighting with each other. When my puppies are docked, I take them away from their mother one after the other, after the small operation they go back into the whelping box and they start drinking from their mum at once.

Undocked dogs can seriously injure their tails. Not only, when they are used for hunting, but also in normal life. Many owners of undocked dogs can tell you stories about this. I know numerous dogs - pure bred and mongrels - which cause a stream of blood, when they welcome their owners. The tail doesn’t heal, quite often the adult dog has to be docked. This is a big operation and a dog, which has been used to its tail for years, will develop phantom pains and he will miss his tail in motion. When so many dogs have got problems already, why should we cause these pains to even more breeds, if we can avoid it by a small cut on the second day of life?

I wonder, why so many vets are against docking. They especially should know from their own experiences, that the docking of tails - carried out professionally - can avoid much pain to dogs. Or are they considering the financial side? Docking of puppies is no big business. Most breeders (in the countries, where they are allowed to) are docking their puppies themselves, and if the vet does it, he can only charge a small amount of money. How much more is coming in, when an adult dog has to be docked or when his injured tail causes a long-time treatment. I hope, that these are not the intentions of the vets, who are against docking. In the UK there was a discussion on the prohibition of docking some years ago. When they made it a law, that only vets were allowed to dock, the public agreed and the prohibition could be avoided. This might be a solution also for Austria. I am sure, that many vets are able to dock without pain for the puppies and that they would do this in the sense of animal protection.

Avoid the beginnings: first they ban the docking, then the breeding of pedigree dogs, and in the end they will forbid the keeping of dogs or pets altogether!

Maria-Luise Doppelreiter, Austria

Fax: +43/3512/86622